Die Formel E hat Peking elektrisiert

Mit rund 200 km/h donnerte Spitzenreiter Nicolas Prost in der letzten Rennrunde auf die letzte Kurve des 3,44 Kilometer langen Stadtkurses in Peking zu – in seinem Windschatten lauerte Nick Heidfeld. Der ehemalige Renault Formel 1-Pilot hatte sich die Energie seines Spark-Renault SRT_01E optimal eingeteilt. Er zog aus dem Windschatten heraus, fuhr auf die Innenbahn und setzte sich neben Prost, als dieser zu einem Schlenker ansetzte. Der Franzose traf den Elektroboliden des Deutschen, der sich drehte und über einen Kerb in die Luft geschleudert wurde. Mehrere Überschläge und ein heftiger Aufprall in der Streckenbegrenzung folgten. Doch Heidfeld stieg ohne größere Blessuren aus seinem havarierten Monoposto aus. Auch Nicolas Prost schied aus und wird beim nächsten Lauf um zehn Startplätze nach hinten versetzt.

Lucas di Grassi feiert ersten Sieg in der Formel E-Geschichte

Mit einem Strahlen unter dem Helm erbte Lucas di Grassi vom deutschen Team Abt die Führung und den geschichtsträchtigen Premierensieg in der Formel E. „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel!“, jubelte der 30-Jährige. „Ich war von Anfang an in die Entwicklung der Formel E eingebunden und habe mich in den vergangenen Monaten intensiv mit meinem Team auf dieses Wochenende vorbereitet.“

Dahinter sicherte sich der Franzose Franck Montagny den Silberrang. Der zweite Abt-Fahrer Daniel Abt überquerte als Dritter den Zielstrich. Allerdings stellten die Regelhüter nach dem Rennen fest, dass der 21-Jährige zu viel Energie verbraucht hatte – das Limit von 28 Kilowattstunden überschritt er um 0,2 kWh. Er wurde schließlich auf Rang zehn gewertet. „Dass ich eine Strafe erhalten habe, muss ich akzeptieren“, zeigte sich der junge Deutsche einsichtig. „Es ging um 0,2 Kilowattstunden, die sicher nicht den Ausgang des Rennens beeinflusst haben. Aber Regeln sind Regeln.“

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Vollkommen neu und nicht zu vergleichen mit der Formel 1

So komplettierte der Brite Sam Bird das Podium beim ersten ePrix der Motorsportgeschichte. Die ehemaligen Formel 1-Piloten Charles Pic und Karun Chandhok  sortierten sich dahinter an vierter und fünfter Stelle im 20-köpfigen Starterfeld ein.

Die Besonderheit der Formel E: Training, Qualifying und das Rennen werden an nur einem Tag ausgetragen. Dieses Konzept entspricht nicht dem der Formel 1, allerdings soll die Elektroserie auch nicht mit der Königsklasse des Motorsports konkurrieren. „Sie hat aber ihre Berechtigung, wenn man die Entwicklung der Elektromobilität und das Interesse der Hersteller daran bedenkt“, erklärte Nick Heidfeld. Trotz seines Unfalls und des verpassten Sieges blickt der Deutsche optimistisch in die Zukunft. „Das fahrerische Niveau muss sich nicht hinter dem der Formel 1 verstecken. Das wertet die Serie in meinen Augen auf: Ich werde Spaß haben, gegen die anderen Fahrer zu kämpfen.“

Weiterer Clou der Rennserie: Während der 50-minütigen Läufe müssen die Fahrer ein Mal an die Box – allerdings nicht zum herkömmlichen Reifenwechsel. Denn sie tauschen mitten im Rennen ihr Fahrzeug, um mit frischen Antriebsakkus weiterzujagen.

Spannende Renn-Action: Die Fans sind so nah dran wie noch nie

Das Formel E-Debüt überzeugte die Motorsportfans weltweit. Neben Tausenden Besuchern im chinesischen Olympiapark – im Schatten der eindrucksvollen Arena „Vogelnest“ – verfolgten mehrere Millionen TV-Zuschauer den Auftakt der 100% elektrischen Rennserie. Auch in den Sozialen Netzwerken fand die Formel E großen Zuspruch. Denn die innovative FIA-Weltmeisterschaft geht völlig neue Wege in puncto Marketing und Einbindung der Fans. So können Motorsportbegeisterte vor jedem Rennen für ihren Lieblingspiloten abstimmen – die drei Fahrer mit dem meisten Zuspruch dürfen sich fünf Sekunden lang über 40 zusätzliche PS freuen.

Der sogenannte „Fanboost“ ist jedoch nur eine von vielen interessanten Neuerungen der Formel E. Zugegeben: Das futuristische Sirren und schlichte Reifenquietschen der Elektrorenner mag im ersten Moment ungewohnt klingen – aber um die von Motorsportsound verwöhnten Zuschauer dennoch zu begeistern, untermalen DJs die Formel E-Rennen vor Ort und im Fernsehen mit elektronischen Beats. Außerdem sorgen eine Erlebniswelt, Konzerte und vielseitige Attraktionen rund um die Strecken für ein unvergessliches Familienerlebnis – und das zu geringen Ticketpreisen. Teilweise ist der Eintritt sogar frei.

Renault unterstützt die innovative Rennserie als technischer Partner mit seinem Know-how für Zero Emission (Z.E.*) Antriebe – am 22. November trägt die innovative Rennserie ihren zweiten Lauf in Malaysia aus. Im Mai nächsten Jahres gastiert die Formel E in Berlin.



 
* Zero Emission – keine Emissionen im Fahrbetrieb
 
(Stand 09/2014, Irrtümer vorbehalten)

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